
Cherno Jobatey, Daniel Aminati, Hadnet Tesfai, Yared Dibaba oder früher mal die sehr erfolgreiche Arabella Kiesbauer sind eigentlich positive Karriere-Beispiele, die auch Mola Adebisi bekannt sein müssten. Doch gelegentlich versinkt man gerne mal im Selbstmitleid und dann sind immer wieder die anderen schuld. Wer war noch mal Mola Adebisi? Das war ein sehr erfolgreicher und beliebter Viva-Moderator, der auf der Mattscheibe schon lange nix mehr zu melden hatte. Dank dem vollkommen übertriebenen und leider einseitig hochgekochten “N*gger-Puppen”-Skandal um Sarah Kuttner, durfte er sich nach langer Zeit mal wieder medial zu Wort melden und hat wohl gemerkt:”Hey wenn ich andere als Rassisten beschimpfe, dann bin ich plötzlich ja selber wieder medial relevant.” In einem Interview mit der Bildzeitung rechnet er nun mit dem engstirnigen deutschen Fernsehen ab, wo man als farbiger Mensch immer nur als Pausenclown gesehen wird und ein farbiger Nachrichtenmoderator keine Chance haben würde. Vielleicht sollte Mola Adebisi mal ein bißchen früher aufstehen, dann hätte er wohl auch schon Cherno Jobatey im ZDF Morgenmagazin gesehen und das ist wahrlich keine Comedy-Sendung.
Wer mit solchen platten und unreflektierten Argumenten um die Ecke kommt, denn kann ich einfach nicht ernst nehmen. Damit beweist Mola Adebisi eigentlich sehr eindrucksvoll, dass sein Horizont über den eines Pausenclowns nicht hinausreicht. Völlig unabhängig von der Hautfarbe, kommt es eben auch darauf an wie man sich gibt und präsentiert. Mola Adebisi hatte bei VIVA alle Chancen, war einer der ältesten Viva-Gesichter, durfte jede Menge Formate moderieren und konnte sein Talent auf verschiedenen Ebenen präsentieren. Der Pottschalk war selber mal ein großer Fan von Mola und zwar so groß, dass ich mal 150km nach Köln gefahren bin, um mir eine komische VIVA-Modelshow von ihm anzusehen. Als ich ihn anschließend nach einem Autogramm gefragt habe, bekam ich die ziemliche kurze und schnippische Antwort:”Wir sind hier nicht bei VIVA Interaktiv….” Na vielen dank auch habe ich mir gedacht und genauso könnte ich ja jetzt auch schreien:”Der Mola hat mit kein Autogramm gegeben, weil ich blond und blauäugig bin…”
Doch im Gegensatz zu Herrn Adebisi, habe ich einfach mal die Umstände hinterfragt. Als seinerzeit beliebtester Viva-Moderator wurde er vermutlich zig Mal am Tag nach Autogrammen gefragt und wenn er da mal die Nase voll hat, dann kann ich das nachvollziehen. Ja ich habe ihm verziehen und fand ihn danach nicht obligatorisch doof. Nur jetzt finde ich Herrn Adebisi etwas beschränkt, wenn er nach 9 mehr oder erfolglosen Jahren mit einem Buch um die Ecke kommt, wo er von “Rassenhass und Medienhype” spricht. Rassenhass? Noch plakativer ging es wohl nicht und ich würde mir echt wünschen, dass sich Mola Adebisi einfach mal etwas mehr selbst hinterfragt. Natürlich will ich jetzt nicht behaupten, dass alles Friede Freude und Eierkuchen in unserem Land ist, aber ich finde es einfach platt immer die externen Umstände für den eigenen Mißerfolg verantwortlich zu machen.
Was das Thema “Diskriminierung” (Geschlecht, Herkunft, Sexualität, etc.) im “Job-Leben” anbegeht, liegt auch noch ein weiter Weg vor uns. Da muss man nur mal einen Blick auf die Vorstände der führenden deutschen Dax-Unternehmen werfen. Wieviele Frauen arbeiten da gleich noch an der Spitze? Richtig, die kann man gerade mal an einer Hand abzählen, aber solche selbstbemitleidenden Vorwürfe helfen da in dieser Diskussion auch nicht weiter und zu dem Thema würde ich lieber mal Cherno Jobatey, Daniel Aminati, Hadnet Tesfai oder Yared Dibaba hören wollen, denn die kann ich da wesentlich ernster nehmen. Wenn Mola Adebisi sagt, dass er als “Weisser” wirklich mehr Erfolg gehabt hätte, dann kann ich dazu nur sagen:”Egal ob weiß, schwarz, gelb, rot oder grün – Du wärst niemals bei den Nachrichten oder Wetten Dass gelandet….
Fotos via WENN