Allein der Name ist ein Gedicht: Lucy Lawless! Dass sich dahinter kein Modepüppchen à la Paris Hilton verbirgt, dürfte klar sein. Und wer würde sich da wohl besser eignen, als „Xena: Die Kriegerprinzessin“ zu mimen. Dadurch wurde Miss Gesetzlos weltberühmt und machte sich einen Namen. Dem macht sie jetzt für den guten Zweck alle Ehre, denn sie hat der Ölbranche den Kampf angesagt. Weil sie mit einigen Greenpeace-Aktivisten ein Bohrschiff der Firma Shell besetzte, nahm sie sogar eine Festnahme in Kauf. Vor Gericht müssen sich die sieben Protestler wegen Einbruchs am Donnerstag verantworten. Doch was ist so eine kleine Anklage schon gegen das Unrecht, welches sie bekämpfen wollen. Vier Tage lang harrten die Umweltschützer auf dem Schiff aus und verhinderten so eine pünktliche Abfahrt zu einer Bohrexpedition in die Arktis. Unter dem ewigen Eis lagert so einiges von dem schwarzen Gold. Doch es wäre ein enormer Eingriff in das sensible Ökosystem, sollten dort Bohrungen durchgeführt werden. Nicht auszumalen, was passiert, wenn es zu einer Ölkatastrophe käme. Darum sind Greenpeace und Lucy Lawless klare Gegner der Shell-Aktion. Wirklich interessant ist allerdings nicht nur der beherzte Einsatz der Schauspielerin, sondern ihre eigene Shell-Vergangenheit. Was wäre die Welt ohne YouTube? Denn dort haben findige Finder einen Werbespot des Ölkonzerns gefunden, in dem besagte Lucy Lawless noch fröhlich FÜR die Firma über den Bildschirm hüpft.

Das Ganze ist mittlerweile 20 Jahre her und da darf man sich schonmal vom Saulus zum Paulus bekehren lassen. Außerdem war sie jung und brauchte das Geld. Aus voller Überzeugung hätte vermutlich niemand freiwillig in dem lustig-animierten Spot mitgewirkt. Und wie gesagt, seit den frühen 1990ern hat sich in Sachen Umwelt so einiges getan. Damals dachte noch kein Mensch über die Klimaerwärmung nach, es wurde lustig alles in die Luft geblasen, was man so fand und Öl gab es noch genug. Wer hat denn heute noch die gleichen Wertvorstellungen wie vor 20 Jahren? Ich selber wurde da gerade eingeschult, fand Rauchen und Jungs total ekelhaft und hielt die Flippers für die beste Band der Welt. Ersteres hab ich mittlerweile drangegeben, bei Zweiterem bin ich mir noch nicht so ganz sicher, aber hinsichtlich der dritten Meinung habe ich mich um 180 Grad gedreht. Es ist Lucy Lawless bestimmt unangenehm, dass sie sich als Öko-Aktivistin mal für solch einen Spot hergegeben hat, aber sie macht ihr „Unrecht“ ja mit solchen Aktionen wie der Schiffbesetzung und dem beherzten Kampf gegen die Branche wieder wett.

Foto via WENN; Screencap via YouTube