Ja, was haben wir denn da? – Einen ziemlich nackten Robert Pattinson, der es unerwarteter Weise echt geschafft hat, mich mit seiner schauspielerischen Leistung zu überzeugen! Während der Berlinale wurde in der Hauptstadt Roberts neuester Streifen „Bel Ami“ vorgestellt, für dessen Haupt-Charakter Georges Duroy ich mir den Ex-Vampir zwar keinesfalls hätte vorstellen können, dann aber wirklich eines Besseren belehrt wurde.

Um was geht’s? Georges ist ein ehemaliger Soldat, der sich nichts sehnlicher wünscht, als in der Gesellschaft des Paris der 1890er Jahre bis ganz nach oben zu kommen. Als er einen alten Kameraden wiedertrifft und der Georges seine einflussreiche Frau Madeleine (Uma Thurman) vorstellt, beginnt für den Lebemann eine wahre Glückssträhne. Quasi ohne jegliches Talent wird er als Redakteur der örtlichen Tageszeitung eingestellt, wird auf die festlichsten Anlässe von Paris eingeladen und kann ganz ungestört die Frauen seiner männlichen Mitstreiter verführen. Denn eines besitzt Georges auf jeden Fall: Charme und Sexappeal. Und das bringt Robert Pattinson, obwohl ihn die Psycho Prinzessin in Twilight alles andere als sexy fand, wirklich gut rüber.

Die beiden Stars des Streifens, Robert und seine Kollegin Christina Ricci kamen nach Berlin und plauderten in der Pressekonferenz über dies und das. Besonders die Fragen über die heißen Liebesszenen zwischen den beiden entlockten ihnen aufschlussreiche Statements. Damit die Verfilmung des Historienromans auch ja authentisch rüberkommt, mussten die zwei sich stylemäßig nämlich ganz schön zurücknehmen. Christina fand es eher weniger toll, sich wochenlang nicht die Achselhaare rasieren zu dürfen: „’Rasier deine Achselhöhlen nicht! Das ist authentisch.’ Und du sagst dir nur ‘Ja klar, es soll ja echt aussehen’ – kurzzeitig. Denn dann siehst du es auf dem Bildschirm, deine Arme sind in diesem wunderschönen Licht über deinen Kopf gelegt und du denkst nur noch ‘Oh, das war ein Fehler’. Manchmal ist Authentizität einfach so gar nicht angenehm.“ Robert fand die Ansprüche des Regisseurs dann wahrscheinlich eher entspannend, denn er wurde mehrmals darauf hingewiesen, sich keine Sixpacks antrainieren zu müssen.

Ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass ihm das schwerfiel, denn schon bei Twilight glitzerte er als Vampir mit behaarter Hühnerbrust in der Sonne. Da passt er nun wirklich mal perfekt in eine Rolle. Er glänzt aber nun eben nicht allein mit künstlichen Glitzerpartikeln auf der Haut, sondern endlich auch mit wahrem Talent. Er kommt überzeugend rüber, zeigt, was er drauf hat und kann sich mit diesem Film vielleicht endlich wirklich von seinem festgefahrenen Image distanzieren. Wer´s nicht glaubt, kann sich ja hier anhand des Trailers ein Bild machen und dann ab dem 26. April ins Kino stürmen.

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