Augenkrebs! Eigentlich wäre dieses eine Wort genug, um das Outfit von Paloma Faith zu beschreiben. Der Schnitt des Kleides ist an sich ja ganz schön, aber Farbe und Muster, wenn man es überhaupt so nennen kann, treffen so gar nicht meinen Geschmack. Die verschiedenen Formen erinnern mich an eine Übung aus dem Handarbeitskurs, so nach dem Motto: Näh mal diese Stoffteile möglichst ordentlich auf eine Unterlage. Um dem ganzen noch mehr Pepp zu verleihen, packt man dann noch etwas Glitzergebamsel dran und fertig ist der überfrachtete Look. Die blauen Handschuhe hätten zu einem anderen Outfit vermutlich auch deutlich besser ausgesehen und die dicken Goldarmbänder an beiden Seiten sind nicht nur einen Touch zu viel. Wenigstens verzichtet Paloma auf eine Kette.

Die Krone setzt sie dem kunterbunten Outfit allerdings mit ihrer Gesichtsbemalung auf. Pinke Streifen auf Nase und Stirn vor einem gold-orangenen Hintergrund. Mag sein, dass diese Kriegsbemalung irgendeinen tieferen Sinn hat, den ich als Kunst- und Kulturbanause mal wieder nicht raffe, aber als Ottonormal finde ich das einfach nur unnütz. Ich finde es vollkommen in Ordnung, wenn man sein Make-up gerne auch mal ausgefallener einsetzt und hier und da eine kleine Verrücktheit ausprobiert. Aber die Karnevalsschminke hat auf einem Red Carpet meiner Meinung nach nichts zu suchen. Individualität ist hier auch keine Ausrede, denn die Gute fällt auch ohne die scheußliche Streifenmalerei überall auf, was sie ihrem gewöhnungsbedürftigen Kleidungsstil zu verdanken hat. Offenbar wollte sie sich dieses Mal nicht nur darauf verlassen. Bei der Veranstaltung handelte es sich im Übrigen um die Premiere von „Cirque du Soleil: Totem“ in London. Entweder wollte Paloma Faith den Clowns die Show stehlen oder sie kam als Totempfahl verkleidet. Anders kann ich mir das Outfit nicht erklären. Was das ganze übrigens noch Augenunfreundlicher macht, ist der farbenfrohe Hintergrund. Aufgrund von Nebenwirkungen, wie starken Schmerzen im Sehzentrum – am eigenen Leib erprobt – empfiehlt die Baronin längeres Hinsehen zu vermeiden. Was sagt ihr denn zu dem Outfit?

Fotos via Lia Toby/WENN.com