Es war der Schock meines Lebens, den ich am Wochenende bekommen hab, als ich hörte, dass die Super Nanny Katia Saalfrank ab sofort wohl nicht mehr auf RTL zu sehen sein wird. Es ist aus, vorbei, finito, Ende. Das war’s mit wertvollen Erziehungsratschlägen und Tipps für den richtigen Umgang mit Kindern. Und das wo ich doch bald selber Mama werde. Wer soll mir denn jetzt bei der Erziehung helfen? Am Ende muss ich noch Bücher kaufen und die sogar lesen, anstatt einfach Mittwochs Abends den Fernseher anzumachen, um zu erfahren, dass man Kinder nicht schlagen darf und die ganz viel Liebe brauchen. Zahlreichen anderen Müttern wird es da vermutlich ähnlich gehen. Doch offenbar hatte die Super Nanny gute Gründe, ihre Zusammenarbeit mit dem Sender zu beenden.

In einer Pressemitteilung des Senders drückt sie sich zwar diplomatisch aus und erklärt: „In meiner TV Arbeit sind mir Authentizität und Nachhaltigkeit wichtig und ich bin dankbar, dass wir mit ‘Die Super Nanny’ über Jahre hinweg ein erfolgreiches nicht gescriptetes Reality Format etabliert haben, das mit meinen Idealen im Einklang war.“ Zwischen den Zeilen bedeutet das soviel wie: Es war mal authentisch und nicht gescriptet, aber diese Zeiten sind leider vorbei und darum gehe ich. Mehrfach hatten Protagonisten der Sendung kritisiert, dass Szenen gestellt seien, ihnen Text vorgegeben wurde. Besonderer Aufreger waren auch immer die Szenen, in denen schonungslos gezeigt wurde, wie Eltern ihre Kinder schlagen oder sonstwie körperlich misshandeln. Damit konnte und wollte Saalfrank offenbar nicht mehr in Zusammenhang gebracht werden. Nach Spiegel-Informationen habe sich die Pädagogin auch in einer internen Mail beim Sender beschwert, denn in den letzten Folgen seien erzieherische Inhalte „massiv in den Hintergrund“ gedrängt worden. Sie habe ihre Arbeit als Fachkraft nicht mehr voll und ganz ausüben können, „in diesem Format wurde extrem…und teilweise sogar gegen das pädagogische Interesse eingegriffen“, heißt es weiter. Ob es am Ende noch andere Gründe für das Aus gibt, weiß wohl nur Katia Saalfrank selber, aber schade ist es allemal. Schließlich hat sie in ihren sieben TV-Jahren eigentlich einen guten Job gemacht und bestimmt vielen Familien tatsächlich helfen können.

Fotos via RTL/Andreas Friese/Willi Weber