“Das Internet ist böse…”
LOS ANGELES, CA - JUNE 27: Musician Prince accepts the Lifetime Achievement Award during the 2010 BET Awards held at the Shrine Auditorium on June 27, 2010 in Los Angeles, California. (Photo by Frederick M. Brown/Getty Images)

“Kind, sitzt nicht so lange vor dem Fernseher, sonst bekommst du viereckige Augen!” Kennt ihr diesen Spruch noch? Neue Medien werden anfangs gerne mal verteufelt und auch das Internet ist als Massenmedium nicht unumstritten. Verletzte Urheberrechte, abartige Pornos und jede Menge Schund. Im Endeffekt spiegelt es die Gesellschaft nur auf einer anderen Ebene wieder und sollte nicht so einseitig betrachtet werden, da es weitaus mehrpositive Möglichkeiten bietet.

Wo sonst hätte so ein promiverrückter Freak wie der Pottschalk überhaupt eine Chance gehabt? Der kleine Prince ist manchmal eine ganz schön große Mimose und klagte sogar mal wegen einem “Baby-Video” auf YouTube, weil es zu einem seiner Songs tanzte! Extreme Spaßbremse, aber zum Glück ist er damit nicht durchgekommen. Jetzt hat er komplett resiginiert, läßt all seine musikalischen Werke offline nehmen, hat seine Homepage gelöscht und hält das Medium an sich für “überholt”:

“Das Internet ist sowas von vorbei, ich sehe nicht ein, warum ich meine Musik an Itunes oder irgendwen anderes geben sollte. Sie bezahlen mich nicht zu meinen Vorteil und dann werden sie ärgerlich wenn sie meine Musik nicht bekommen. Das Internet ist wie MTV. Irgendwann war MTV mal hip und plötzlich war es total überholt. Wie dem auch sei, all diese Computer und digitalen Programme sind nicht gut. Sie füllen deinen Kopf mit Zahlen und das kann nicht gut für dich sein!”

Wann war denn Prince zum letzten Mal im Internet und weiterhin fragt man sich natürlich auch “Womit”?! Grafiken die aus Zahlen bestehen ist ja mal sowas von 1970!! Vielleicht sollte er seine alte “Zuse” (erster Computer der Welt) mal gegen einen flotten C64er eintauschen oder er hat das Internet einfach mal mit dem Videotext verwechselt. “Bin ich schon drin” fragte Boris Becker mal in den 90igern, Prince ist jetzt draußen und wird bald feststellen das er sich damit auch an anderer Stelle den Stecker rausgezogen hat.

Weil er mit dem Internet zu wenig Geld verdient, verschenkt er jetzt sein aktuelles Album “20ten” und läßt es hierzulande quasi als Gratis-Beilage des “Rolling Stone” ausliefern. Na ja eins muss man Prince trotz seiner antiquierten Ansichten ja lassen, er ist immerhin konsequent…auf irgendeine seltsame Art und Weise. MTV wird sich über sein Statement sicherlich auch gefreut haben und damit hat er es sich bei einer weiteren wichtige Promotion-Platform versaut. Auch wenn da jetzt nicht mehr soviel Musik läuft werden die Award-Shows noch weltweit verfolgt. Bye Bye Bye Prince, du bist ja mal sowas von offline..0 0 0 0 0 0 0 0!