p1080022kopie

Man könnte den jungen Herren von Tokio Hotel schon fast Absicht unterstellen; kaum verschwinden sie für einige Wochen von der Bildfläche, tun sich neue Skandälchen und Skandale auf. Dieses Mal war es Gustav – der stille Schlagzeuger – der für “Schlag”-zeilen sorgte.

Fernab vom normalen Starrummel wollte der 20-Jährige einfach nur in einem Club abfeiern - geendet hatte seine Nacht dann im Krankenhaus.

Die ersten Informationen von einer 2-3cm langen Schnittwunde sind Schnee von gestern, wenngleich auch ziemlicher blutiger Schnee. Die Schläge mit zwei Bierflaschen haben dem jungen Drummer den halben Vorderkopf aufgeschlitzt, die Wunden mussten mit 36 Stichen genäht werden.

Darf man den Augenzeugen glauben, so trifft den Tokio Hotel-Star nicht einmal die Schuld. Offenbar hat er sich nur mit einem Mädel unterhalten, was wohl einem der anderen Gäste nicht gepasst hat. Pöbelei, Handgemenge, Schlägerei und Bierflaschenattacke – so soll der Ablauf gewesen sein.

Viel schlimmer als die aktuellen körperlichen Verletzungen ist aber wohl der Imageschaden der Band. Statt mit neuer Musik (das neue Album soll angeblich im September diesen Jahres erscheinen) landen die Vier immer wieder mit negativen Neuigkeiten in der Boulevardpresse – selbstverschuldet oder nicht.

Leider trifft auch dieses Mal das Sprichwort „Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen“ den Nagel auf den Kopf. Auch ich hab zugegebenermaßen meine Klappe nicht halten können. „Leichte Schläge auf den Hinterkopf erhöhen das Denkvermögen!“ habe ich gescherzt, als ich noch von einer einzelnen, nicht so heftigen Schnittwunde auf dem Hinterkopf ausging. Doch spätestens nachdem die Bilder auf bild.de auftauchten, blieb mir jeder Witz schon im Ansatz im Halse stecken.
So was wünscht man eigentlich keinem (Eigentlich? Ja, eigentlich, denn im Internet rotten sich TH-Hater zusammen und fordern ihresgleichen auf, die Band mit Bierflaschen zu bewerfen und ihnen anderweitig körperlich zu schaden.) und trotzdem können sogar Radiomoderatoren ihre Pietätlosigkeit nicht zügeln. Da fallen dann Sätze wie in etwa „In Magdeburg gibt es keine Tomaten und Eier mehr, also werfen sie mit Bierflaschen.“
Man kann über Tokio Hotel ja denken was man will, man muss sie nicht mögen und die Musik nicht hören, aber irgendwo hat auch der Spaß seine Grenzen – bei solchen Verletzungen allemal.
(Zumal ich persönlich der Meinung bin, wenn man sich weigert die Musik einer Band zu spielen, dann hat man als Radiosender jedes Recht verwirkt, auf Kosten dieser Band schlechte und geschmacklose Witze zu reißen.)
Aber vielleicht zeigt sich da die schlechte Erziehung mancher Menschen. Hier ging Gustav selbst mit besserem Beispiel voran, er hat sich nämlich trotz seiner Verletzungen noch beim Club-Chef für die Unannehmlichkeiten und den entstandenen Ärger entschuldigt.

Nun laufen die Ermittlungen, da Anzeige gegen unbekannt erstattet wurde, die Augenzeugen werden diese Woche noch befragt.

Pottschalk sagt: Danke schön an  “Freak” für diesen konstruktiven Beitrag!